Hinter den Seiten von College of Broken Hearts - My Forbidden Crush: Fünf Szenen, die mir besonders wichtig waren
Es gibt Szenen, die man schreibt, weil die Geschichte sie braucht. Und dann gibt es Szenen, bei denen man schon während des Schreibens merkt: Hier passiert gerade etwas, das den Kern dieser Geschichte berührt.
Bei College of Broken Hearts – My Forbidden Crush waren das für mich erstaunlich oft nicht die großen, dramatischen Momente. Es waren die Augenblicke, in denen Blair und Dominic etwas voneinander erkennen, das sie vielleicht selbst noch nicht aussprechen können.
Ihre Geschichte lebt natürlich von dem Verbotenen zwischen ihnen. Von Anziehung, Heimlichkeit und Grenzen, die sie besser nicht überschreiten sollten. Aber unter all dem liegt für mich eine andere Frage:
Was passiert, wenn zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten aufhören zu überlegen, warum sie nicht zusammenpassen – und anfangen zu fragen, ob sie sich gemeinsam etwas Eigenes schaffen können?
Ich möchte euch fünf Szenen zeigen, die für mich genau deshalb besonders wichtig waren.
Hinweis: Dieser Beitrag enthält Spoiler zu My Forbidden Crush.
1. »Du bist das Risiko.« – »Und du bist die Entscheidung.«
»Ich will nicht, dass du meine Welt wirst«, flüsterte er. »Ich will, dass wir unsere eigene finden.«
Der Satz blieb zwischen uns hängen.
»Das klingt schön«, murmelte ich. »Und genau deshalb geht es nicht.«
»Weil es schön ist?«
Es kam mir vor, als wähle er jedes Wort bewusst.
»Weil schöne Dinge bei mir selten bleiben«, gab ich zu.
Er trat wieder näher. »Ich bin kein schöner Zufall, Blair.«
»Du bist das Risiko.«
»Und du bist die Entscheidung.«
Mein Herz schlug wieder zu schnell.
»Ich habe kein Problem mit kompliziert«, sagte er leise. »Ich habe nur ein Problem mit halben Dingen.«
Diese Szene bringt für mich einen der wichtigsten inneren Konflikte von Blair auf den Punkt.
Oberflächlich betrachtet gibt es mehr als genug Gründe, warum sie und Dominic keine gute Idee sind. Er ist der Bruder ihrer besten Freundin. Ihre Welten könnten kaum unterschiedlicher sein. Und je näher sie sich kommen, desto komplizierter wird alles.
Aber das eigentliche Hindernis sitzt viel tiefer.
Blair hat gelernt, dass schöne Dinge nicht unbedingt bleiben.
Also versucht sie, sich zu schützen, bevor sie überhaupt etwas verlieren kann. Nähe bedeutet für sie nicht nur Geborgenheit. Nähe bedeutet auch, jemandem die Macht zu geben, sie zu verletzen.
Genau deshalb war mir Dominics Antwort so wichtig.
Er sagt nicht: Komm in meine Welt.
Er sagt auch nicht: Ich rette dich aus deiner.
Er sagt: Wir finden unsere eigene.
Ich wollte nie, dass Dominic der Mann wird, der Blair „rettet“. Und ich wollte genauso wenig, dass Blair sich verändern muss, damit sie in sein Leben passt.
Ihre Beziehung kann für mich erst dann wirklich funktionieren, wenn die Frage nicht mehr lautet: In wessen Welt passt Blair?
Sondern: Können diese beiden Menschen gemeinsam eine Welt schaffen, in der beide Platz haben?
Und genau deshalb liebe ich den Satz: Du bist das Risiko. – Und du bist die Entscheidung.
2. Ein einziges Wort: »Bleib.«
Ihr Atem ging schnell.
»Hey.« Ich kniete mich ans Bett. Sie reagierte nicht. Gefangen zwischen Traum und Realität.
»Nicht«, murmelte sie. »Bitte nicht—«
Etwas in mir zog sich zusammen. Ich legte meine Hand auf ihre Schulter.
»Du bist hier. Alles gut.«
Ihre Augen öffneten sich halb. Glasig. Nicht fokussiert. Und dann griff sie nach mir. Ihre Finger schlossen sich um meine Hand, die silbernen Ringe kühl gegen meine Haut. Sie zog daran – stärker, als ich erwartet hatte.
»Bleib«, murmelte sie.
Ich erstarrte einen Moment. Sie war Camillas beste Freundin. Ich durfte das nicht.
Sie zog wieder an meiner Hand – und verlor dabei das Gleichgewicht. Ich fing sie reflexartig auf, bevor sie zurück ins Kissen fiel. Und plötzlich lag ich halb auf dem Bett.
»Blair—«
Sie ließ meine Hand nicht los. Zog mich näher. Und in ihrer Benommenheit rutschte sie zur Seite, machte Platz, ohne zu wissen, was sie tat.
Ich hätte aufstehen sollen. Zurück auf das Sofa. Grenzen ziehen.
Stattdessen legte ich mich neben sie.
Sie rollte sich sofort an mich. Als hätte ihr Körper entschieden, bevor ihr Verstand es konnte. Ihre Stirn an meiner Brust.
Diese Szene kommt sehr früh in ihrer Geschichte. Und gerade deshalb bedeutet sie mir so viel.
Denn zu diesem Zeitpunkt können Blair und Dominic noch wunderbar darüber diskutieren, warum das zwischen ihnen nicht passieren darf. Sie können provozieren, Grenzen ziehen und so tun, als hätten sie alles unter Kontrolle.
Vor allem Blair kann das hervorragend.
Nur in diesem Moment funktioniert ihre Kontrolle nicht.
Sie ist nicht wirklich wach. Sie kann keine schlagfertige Antwort geben. Keine Mauer hochziehen. Keine Ironie zwischen sich und Dominic stellen.
Sie sagt nur:
Bleib.
Für mich erzählt dieser Moment sehr viel darüber, was Nähe in diesem Buch bedeutet.
Nicht nur Begehren. Nicht nur körperliche Anziehung.
Sondern Sicherheit.
Dominic bekommt hier einen Blick auf eine Seite von Blair, die sie ihm bewusst wahrscheinlich niemals gezeigt hätte. Und entscheidend war für mich, was er mit dieser Verletzlichkeit macht: Er fordert nichts dafür. Er nutzt sie nicht. Er bleibt einfach.
Vielleicht beginnt ihre Beziehung deshalb für mich nicht mit einem Kuss.
Vielleicht beginnt sie in gewisser Weise mit diesem einen Wort.
3. »Weil ich dich liebe!«
»Weil ich dich liebe! ICH LIEBE DICH, BLAIR!«
Der Satz brach aus mir heraus. Zu laut. Zu roh. Zu ehrlich.
Der Wind trug ihn über die Terrasse. Blair erstarrte. Scheiße.
Ich hatte mich immer unter Kontrolle. Immer. In Diskussionen. In Clubs. In Old Court. Mit meinem Vater. Mit Harrison. Mit allen. Nur bei ihr nicht.
»Was?«, flüsterte sie.
Ich atmete schwer. »Ich liebe dich.« Keine Ironie. Kein Spiel. Nur Wahrheit.
»Deshalb habe ich bezahlt. Nicht weil ich dich klein machen will. Sondern weil es mich fertig macht, dich leiden zu sehen.«
Sie sah mich an, als hätte ich etwas Unumkehrbares gesagt.
»Du kannst mich nicht lieben«, sagte sie leise.
»Doch.«
»Das macht alles nur schlimmer.«
»Warum? Was ist so schlimm daran, dass ich dich liebe?«
»Weil ich dann etwas verlieren kann.«
Ich glaube, genau diese letzte Antwort ist der Grund, warum mir diese Liebeserklärung so wichtig war.
Blair sagt nicht sofort: Ich liebe dich auch.
Sie sagt:
Dann kann ich etwas verlieren.
Und damit sind wir wieder bei dem Konflikt, der sie durch so große Teile ihrer Geschichte begleitet.
Liebe löst Blairs Probleme nicht einfach auf. Im Gegenteil. Liebe gibt ihr plötzlich noch etwas, das ihr genommen werden könnte.
Für Dominic ist das Geständnis ebenfalls ein Kontrollverlust. Dieser Mann, der gewohnt ist, Situationen zu beherrschen, Worte abzuwägen und Lösungen zu finden, bekommt seine Gefühle für Blair nicht in eine vernünftige Form gepresst.
Also brechen sie aus ihm heraus.
Und Blair muss sich entscheiden, ob sie weiterhin versucht, jeden möglichen Schmerz zu verhindern – oder ob manche Menschen das Risiko wert sind.
Wenig später gesteht auch sie ihm ihre Liebe. Die Probleme sind dadurch nicht verschwunden. Ihr Vater ist noch da. Das Geld ist noch ein Thema. Ihre unterschiedlichen Welten existieren weiterhin.
Aber die Mauer zwischen ihnen bekommt Risse.
Und als Blair ihn schließlich küsst, fühlt sich dieser Kuss für mich deshalb nicht einfach wie ein romantischer Payoff an.
Er ist eine Entscheidung.
4. »Weil ich dich nicht nur nachts haben will.«
»Warum ist dir das so wichtig?«
Da war er. Der eigentliche Punkt.
Ich antwortete, ohne zu zögern.
»Weil ich dich nicht nur nachts haben will.«
Blair grinste nicht. Kein Spiel meinerseits. Nur die Wahrheit. Ihr Atem stockte leicht.
»Das macht es kompliziert«, sagte sie leise.
»Es ist schon kompliziert.«
Sie sah mich an. Länger. Eins. Zwei. Drei. Vier. Sie drehte sich weg. Aber ich hatte es gesehen. Es bedeutete ihr etwas. Und genau deshalb hatte sie Angst davor.
Blair ging an mir vorbei Richtung Treppe. Für einen Sekundenbruchteil streifte ihre Hand meine. Unauffällig. Fast zufällig. Aber bewusst.
Ich sah ihr nach.
Ich wollte sie im Tageslicht. Mit Kaffee in der Hand. Mit Wind in den Haaren. Mit diesem trockenen Kommentar, wenn ich zu lange redete. Ich wollte, dass sie neben mir läuft – nicht heimlich, nicht versteckt. Ohne Fluchtwege.
Natürlich macht Heimlichkeit einen Teil des Reizes einer Forbidden Romance aus.
Gestohlene Blicke. Berührungen, die niemand sehen darf. Nächte, die scheinbar außerhalb der normalen Welt existieren.
Aber irgendwann verändert sich die Bedeutung dieser Heimlichkeit.
Was zuerst aufregend ist, wird zur Grenze.
Denn wenn ein Mensch nur in den versteckten Stunden deines Lebens vorkommen darf – welchen Platz hat er dann wirklich darin?
Dominic will Blair an diesem Punkt nicht mehr nur in ihrer geheimen Blase. Er will die alltägliche Blair. Mit Kaffee. Mit ihren Kommentaren. Mit ihren komplizierten Seiten. Mitten am Tag.
Er will ein echtes Leben mit ihr, nicht nur gestohlene Stunden.
Und genau da verändert sich für mich auch das „Forbidden“ ihrer Beziehung. Es geht nicht mehr nur um die Frage, ob sie eine Grenze überschreiten.
Es geht darum, ob sie irgendwann bereit sind, sich nicht mehr hinter dieser Grenze zu verstecken.
5. »Ich tanze dort. Mehr nicht.«
»Ich tanze dort«, sagte ich leise über die Musik hinweg. »Mehr nicht.«
Sein Blick war dunkel.
»Ich weiß.«
»Ich verkaufe nichts von mir.«
Er trat einen halben Schritt näher.
»Ich weiß.«
Diese Szene ist sinnlich – aber das ist für mich nicht der wichtigste Teil daran.
Der wichtigste Teil ist Blairs Selbstbestimmung.
Ihr Job im Club ist ein Teil ihres Lebens, der von außen sehr leicht bewertet werden kann. Andere Menschen können entscheiden, was er ihrer Meinung nach über Blair aussagt. Sie können urteilen, interpretieren oder glauben, sie müssten sie davor retten.
Aber Blair selbst zieht die Grenze.
Sie definiert, was sie dort gibt und was nicht.
Und deshalb waren mir Dominics zwei Worte in dieser Szene mindestens genauso wichtig wie Blairs:
Ich weiß.
Er muss sie nicht erst „trotz“ ihres Jobs respektieren. Er muss ihr auch nicht erklären, was dieser Job angeblich über sie bedeutet.
Er glaubt ihr.
Blair bringt in dieser Szene gewissermaßen den Club zu Dominic – aber unter ihren Bedingungen. Sie entscheidet über den Raum, über die Situation und darüber, was sie mit ihm teilen möchte.
Für mich ist das ein wichtiger Unterschied.
Denn Blair braucht keinen Mann, der ihr sagt, wem sie gehört oder wer sie sein darf.
Sie braucht einen Menschen, der versteht, dass diese Entscheidung immer bei ihr lag.
Warum mir diese Szenen so viel über Blair und Dominic erzählen
Wenn ich diese fünf Momente heute nebeneinanderlege, fällt mir auf, dass sie alle von Entscheidungen handeln.
Blair entscheidet, ob sie jemanden bleiben lässt.
Dominic entscheidet, dass er keine halbe Beziehung möchte.
Blair entscheidet, wie viel von sich sie gibt und was nur ihr gehört.
Und irgendwann entscheiden beide, dass Liebe nicht weniger gefährlich wird, nur weil man sie nicht beim Namen nennt.
Vielleicht ist das für mich der eigentliche Kern von My Forbidden Crush.
Nicht, dass Blair und Dominic sich nicht lieben dürfen.
Sondern dass sie erst lernen müssen, was es bedeutet, jemanden zu lieben, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Denn manchmal ist der wichtigste Mensch in unserem Leben kein schöner Zufall.
Manchmal ist er das Risiko.
Und manchmal entscheiden wir uns trotzdem dafür.

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