Sexszenen in Büchern: Warum sie mehr als Erotik sind

Warum ich Sexszenen schreibe - und sie mehr sind als Erotik

Meine Bücher sollen nicht pornografisch sein. Nicht jede Geschichte braucht möglichst viele intime Szenen. Sexualität ist ein natürlicher Teil des Lebens ist. Sie gehört zu uns wie Liebe, Freundschaft, Hoffnung, Angst oder Schmerz.

Für mich sind Sexszenen niemals bloß körperliche Begegnungen. Sie erzählen etwas über die Figuren, ihre Gefühle, Wünsche, Unsicherheiten und manchmal auch über ihre tiefsten Verletzungen.

Eine gut geschriebene Sexszene kann oft mehr über zwei Charaktere verraten als mehrere Kapitel voller Dialoge.

Wie gehen sie miteinander um? Wer übernimmt die Führung? Wer öffnet sich? Wer hält Abstand? Wer vertraut und wer kämpft gegen seine Gefühle an?

Figuren dürfen fühlen

Besonders im New-Adult-Bereich sind Sexszenen für mich ein wichtiges Werkzeug, um Emotionen sichtbar zu machen.

In diesen Geschichten geht es oft um das Fühlen. Deshalb gehören intime Szenen für mich dazu. Sie zeigen Nähe, Vertrauen, manchmal auch Angst oder Unsicherheit. Sie machen deutlich, wie stark die Verbindung zwischen zwei Menschen geworden ist. Wenn eine Figur sich emotional öffnet, darf sich das auch körperlich widerspiegeln.

Sexszenen in Dark Romance

Auch im Bereich Dark Romance spielen intime Szenen eine wichtige Rolle. Allerdings unterscheiden sie sich häufig deutlich von denen in einer klassischen Liebesgeschichte oder einem New-Adult-Roman.

Die Figuren sind oft gebrochen, tragen Traumata mit sich oder befinden sich in moralisch schwierigen Situationen. Macht, Kontrolle, Obsession und gefährliche Anziehung können eine größere Rolle spielen. Deshalb wirken die Sexszenen oft intensiver, rauer oder emotional aufgeladener.

Ich bin keine Autorin, die auf Sadismus steht und werde niemals gewalttätige oder folterartige Sexszenen schreiben. Das entspricht nicht meinen Geschichten, die ich erzählen möchte.

Mich interessieren die psychologischen Aspekte, dunklen Emotionen, Konflikte zwischen Verlangen und Vernunft.

Sexszenen erzählen Geschichten

Oft wird über Sexszenen gesprochen, als wären sie bloß eine Unterbrechung der Handlung.

Für mich ist das Gegenteil der Fall. Eine gute Sexszene IST Handlung. Manchmal führt eine einzige intime Szene dazu, dass sich die Dynamik zwischen zwei Figuren komplett verändert.

Genau deshalb überlege ich mir solche Szenen genauso sorgfältig wie jede andere wichtige Szene in einem Buch.

Nicht jede Geschichte braucht sie

Natürlich braucht nicht jede Geschichte explizite Intimität.

Es gibt wunderbare Romane, die ganz ohne Sexszenen auskommen. Genauso gibt es Geschichten, in denen eine einzige intime Szene völlig ausreicht.

Für mich hängt das immer von den Figuren ab. Wenn ihre Reise, Gefühle und Entwicklung es verlangen, dann bekommen sie diesen Raum auf den Seiten. Denn Menschen lieben, streiten, hoffen, leiden – und manchmal haben sie eben auch Sex.

Wenn eine Sexszene die Geschichte vertieft, die Figuren greifbarer macht und echte Emotionen transportiert, dann hat sie ihren Platz verdient.

Beispiele

In meiner Romanreihe College of Broken Heartserzählen intime Momente die Geschichte von Blair und Dominic weiter. Spicy Szenen sind bei den beiden ein Muss.

Schon lange bevor sich die beiden näherkommen, steckt zwischen ihnen eine spürbare Spannung. Ein Blick, eine zufällige Berührung, ein Moment, in dem plötzlich niemand mehr weiß, was er sagen soll. Wenn Blair und Dominic sich näherkommen, geht es nicht nur um körperliche Anziehung. Sondern um verbotene Gefühle, Unsicherheit, Sehnsucht und die Angst, Grenzen zu überschreiten. Diese Mischung aus Emotionen macht eine romantische Szene für mich interessant. Die Figuren fühlen mehr, als sie aussprechen können – und genau das möchte ich als Autorin zeigen.

 

Ebenso in meiner Island of Pressure-Reihe gibt es in jedem Band Sexszenen.

Auf der Insel treffen Menschen aufeinander, die unter enormem Druck stehen. Profisportler, die Erwartungen erfüllen müssen. Menschen, die Verletzungen aus ihrer Vergangenheit mit sich tragen. Charaktere, die nach außen stark wirken, aber innerlich kämpfen. Gerade deshalb sind intime Szenen für mich oft mehr als Romantik. Sie zeigen Vertrauen. Verletzlichkeit. Die Momente, in denen Masken fallen und sich Figuren so zeigen, wie sie wirklich sind. In dieser Reihe geht es häufig um Nähe trotz Hindernissen. Liebe trotz Regeln. Menschen, die lernen müssen, Kontrolle abzugeben und jemand anderen an sich heranzulassen. Sex wird dadurch zu einem Teil der emotionalen Entwicklung. Er zeigt, wie sich Beziehungen verändern, Vertrauen wächst und Figuren lernen, sich nicht nur körperlich, sondern auch emotional zu öffnen.

Die Leser lernen sehr unterschiedlichen Charakteren kennen, die alle eines gemeinsam haben: Sie stehen unter Druck. Viele Charakter findet Ihr bereits ab Band 1. Da wäre zum Beispiel Derek James Carter. Nach außen ist er der selbstbewusste Football-Star, der keine Regeln akzeptiert und lieber einen Streit beginnt, als über seine Gefühle zu sprechen. Hinter seiner harten Fassade steckt jedoch ein Mann, der mit den Schatten seiner Vergangenheit kämpft und Angst vor Kontrollverlust hat. Mila Kovac hingegen ist Sportpsychologin. Ruhig, analytisch und kaum aus der Fassung zu bringen. Sie sieht hinter die Masken der Athleten und erkennt oft Dinge, die diese selbst nicht wahrhaben wollen. Genau deshalb bringt Derek sie regelmäßig an den Rand der Verzweiflung – und gleichzeitig näher an sich heran, als beiden lieb ist. Doch Derek und Mila sind nur zwei von vielen Figuren auf der Insel. Jeder Band erzählt eine eigene Liebesgeschichte. Doch alle Figuren bleiben Teil derselben Welt und begegnen sich immer wieder.

 

Auch in meiner kommenden Reihe Broken But Yours wird es Sexszenen geben.

Die Figuren in Broken But Yours tragen schwere Wunden mit sich herum. Sie kämpfen mit Verlust, Schuldgefühlen, Traumata und den Folgen von Entscheidungen, die ihr Leben für immer verändert haben. Die Sexszenen erzählen genau diese Geschichte. Sie zeigen Vertrauen, wenn Vertrauen eigentlich unmöglich erscheint. Sie zeigen Heilung, obwohl die Vergangenheit noch immer schmerzt. Und sie zeigen Menschen, die lernen müssen, dass sie trotz ihrer Fehler und Narben liebenswert sind. Für mich geht es dabei nie darum, möglichst explizit zu schreiben. Es geht darum, die emotionale Reise meiner Figuren sichtbar zu machen. Denn Liebe heilt keine Traumata. Aber manchmal kann sie Menschen daran erinnern, dass sie nicht allein damit kämpfen müssen.

Bree Quinn zum Beispiel möchte vor allem eines: Kontrolle über ihr eigenes Leben. Nach dem Verlust ihrer Eltern, einer traumatischen Nacht und den Folgen einer Drogenvergiftung versucht sie, jeden Tag nach festen Regeln zu leben. Überraschungen machen ihr Angst. Gefühle noch mehr. Dann taucht Kai Lockwood wieder in ihrem Leben auf. Der beste Freund ihres Bruders. Motorradfahrer, Mechaniker und jemand, der sie schon viel länger liebt, als sie ahnt. Während Bree versucht, Abstand zu halten, ist Kai bereit, alles zu tun, um sie zu beschützen.

Auch Hazel York trägt ihre eigenen Narben. Laut, chaotisch und schlagfertig wirkt sie oft unverwüstlich. Doch hinter ihrer großen Klappe steckt ein Mädchen, das nie wirklich ein Zuhause hatte und ständig darum kämpft, nicht an ihrer Vergangenheit zu zerbrechen.

Adam Quinn, Anwalt und Brees Bruder, hält sich selbst für kontrolliert und rational. Bis Hazel in sein Leben zurückkehrt und ihn zwingt, alles zu hinterfragen, woran er glaubt.

Und dann ist da noch Rebecca Dolores. Die geheimnisvollste der drei Freundinnen. Eine Frau, die mehr weiß, als sie sagt, und deren Entscheidungen über Leben und Tod entscheiden können.

Broken But Yours ist deshalb nicht nur eine Liebesgeschichte. Es ist die Geschichte von Menschen, die mit Schuld, Verlust, Sucht, Trauma und Heilung kämpfen. Die Liebesgeschichten entstehen nicht trotz dieser Wunden, sondern mitten in ihnen.

Da Broken But Yours von einer wahren Begebenheit inspiriert wurde, ist mir ein Punkt besonders wichtig: Die Geschichte ist kein Tatsachenbericht. Die realen Ereignisse dienten lediglich als Ausgangspunkt für die Handlung. Sämtliche Figuren wurden fiktionalisiert. Namen, Hintergründe, persönliche Merkmale, Beziehungen und zahlreiche Ereignisse wurden verändert oder neu erschaffen.

Besonders wichtig war mir dabei der Schutz der Menschen, die tatsächlich Teil der damaligen Ereignisse waren. Personen, die vor Gericht ausgesagt haben oder direkt betroffen waren, wurden vollständig anonymisiert. Die Figuren in meinen Büchern sind keine Abbilder realer Menschen.

Ich selbst war damals bei der Verhandlung anwesend. Die Eindrücke, Emotionen und die Fragen, die mich dort beschäftigt haben, sind in die Geschichte eingeflossen. Die Romanhandlung, die Charaktere und die Liebesgeschichten sind jedoch das Ergebnis meiner eigenen kreativen Arbeit.

Broken But Yours erzählt daher keine wahre Geschichte, sondern eine fiktive Geschichte, die von realen Ereignissen inspiriert wurde.

Wenn du meine Art zu schreiben magst, findest du meine Romane hier... Und wenn du eines gelesen hast, freue ich mich über deine ehrliche Rezension auf Amazon oder Goodreads.

© Copyright Lilith Wylde – Alle Rechte vorbehalten.

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