Warum meine Bücher Playlists (und manchmal Filmlisten) bekommen
Ein Blick hinter die Kulissen von Island of Pressure 

Wenn ich schreibe, schreibe ich nie in Stille.

Okay, technisch gesehen manchmal schon – aber meine Figuren? Die sind nie still. Sie haben Rhythmen. Songs. Soundtracks. Manche betreten eine Szene und ich weiß sofort, was im Hintergrund laufen würde. Andere brauchen länger, bis ich ihren Klang finde. Aber sobald er da ist, verändert sich alles.

Musik hilft mir nicht nur beim Schreiben – sie macht Figuren für mich greifbarer. Sie zeigt mir, wie sie sich bewegen, wie sie denken, fühlen, selbst wenn sie es niemals laut aussprechen würden. Deshalb gibt es in meinen Büchern immer wieder Playlists. Und manchmal eben auch keine – weil nicht jede Geschichte Musik ist. Manche sind Film.

Wenn eine Figur einen Sound hat: Nina aus Island of Pressure – Band 2

Nina war für mich vom ersten Moment an laut. Nicht im klassischen Sinn. Sondern in dieser Art, in der Menschen laut sind, die genau wissen, wer sie sind – auch wenn sie innerlich Chaos mit sich herumtragen.

Nina ist Notfallsanitäterin, Medizinstudentin und Rafaels Schwester aus Band 1. Jemand, der funktioniert, wenn andere zusammenbrechen.

Sie denkt schnell. Handelt schneller. Und sie hat diese Energie von jemandem, der in absoluten Extremsituationen ruhig bleibt – aber privat nicht immer rationale Entscheidungen trifft.

Für Nina war ziemlich schnell klar: Sie hört keinen soften Indie-Pop beim Sonnenuntergang.

Nina braucht Bass. Haltung. Songs mit Kante. Tracks, die nach Adrenalin klingen. Nach „Ich hab einen Zwölf-Stunden-Dienst hinter mir und diskutiere trotzdem noch mit dir.“

Deutschrap passt deshalb perfekt zu ihr. Nicht, weil jedes Lied inhaltlich eins zu eins Nina wäre – sondern wegen der Energie, Direktheit und dieser kompromisslosen Präsenz. Nina ist keine Figur, die sich entschuldigt, weil sie Raum einnimmt.

Wenn ich mir Nina mit Kopfhörern vorstelle, sehe ich sie in Einsatzkleidung, Kaffee in der Hand, zwischen völliger Erschöpfung und absoluter Kontrolle. Musik hilft mir, genau diesen Puls zu greifen.

Und dann kommt Liam

Plötzlich verändert sich die Playlist.

Denn Fight – Rescue – Desire ist nicht einfach nur Ninas Geschichte. Es ist auch die Geschichte von Nina und Liam. Und diese Dynamik? Die brauchte einen Soundtrack, der nicht nur Nina beschreibt – sondern das Chaos zwischen ihnen.

Liam ist rohe Intensität. Schmerz als Ventil. Selbstzerstörung mit Muskeln und einem verdammt guten Kiefer. Als Nina ihn das erste Mal sieht, steht er blutend in einem illegalen Ringkampf – und natürlich ist ihr erster Instinkt nicht Weglaufen, sondern medizinisches Eingreifen.

Das ist exakt ihre Dynamik.

Sie trifft auf einen Mann, der Schmerz ignoriert.
Und sie ist jemand, die darauf trainiert wurde, Schmerz ernst zu nehmen.

Er provoziert.
Sie kontert.

Er verschweigt.
Sie schaut zu genau hin.

Er ist Chaos mit Kontrollproblem.
Sie ist Kontrolle mit Chaosproblem.

Und genau deshalb brauchen ihre Songs Reibung. Nicht nur Vibe.

Eine Playlist kann Szenen emotional verstärken, weil Musik sofort Atmosphäre schafft. Ein Song kann aus einem simplen Blickkontakt Spannung machen. Aus einem Streit ein emotionales Kräftemessen. Aus einer Trainingseinheit etwas, das sich plötzlich intim anfühlt.

Manchmal höre ich einen Song und sehe sofort eine Szene.
Manchmal schreibe ich eine Szene – und weiß danach, welcher Song dazugehört.

Beides passiert.

Warum Playlists New Adult & Sports Romance so gut ergänzen

New Adult lebt von Intensität.

Von Emotionen, die größer wirken als das Leben. Figuren, die irgendwo zwischen Selbstfindung, Trauma, Ehrgeiz, Liebe und völliger Überforderung stehen.

Sports Romance bringt dazu noch etwas ganz Eigenes: Rhythmus. Druck. Körperlichkeit. Disziplin. Wettkampf.

Musik passt da automatisch rein, weil Sport ohnehin oft musikalisch gedacht wird. Training hat Takt. Kämpfe haben Tempo. Läufe haben Puls.

Und Beziehungen erst recht.

Eine gute Playlist macht Figuren nicht nur „cool“. Sie erweitert ihre emotionale Sprache. Sie hilft Lesern, Stimmungen zu greifen. Manche hören die Songs beim Lesen und tauchen tiefer ein. Andere lesen nur die Titel und verstehen trotzdem sofort den Vibe.

Warum Band 3 stattdessen eine Filmliste hat

Nicht jede Geschichte fühlt sich wie Musik an.

Band 3 war für mich anders.

Romy und Marcus funktionieren nicht über Beats. Sie funktionieren über Szenen, Blicke und Timing. Über dieses Gefühl, als würde man einen Film schauen, bei dem man gleichzeitig lachen und emotional zusammenbrechen möchte.

Deshalb gibt es dort keine klassische Playlist – sondern eine Filmliste.

Weil Filme genauso viel über Figuren verraten können wie Songs. Vielleicht sogar manchmal mehr.

Welche Filme schaut jemand, wenn niemand hinsieht?
Welche Story tröstet ihn?
Welche Trope liebt sie heimlich?
Welcher Film sagt mehr über ihre Sehnsucht aus als jedes Gespräch?

Gerade in Romance erzählen solche kulturellen Vorlieben unglaublich viel über Charaktere.

Mein Fazit

Für mich sind Playlists und Filmlisten keine Marketing-Gimmicks.

Sie sind Teil der Figurenarbeit, des Storytellings und der Atmosphäre.

Nicht jede Leser nutzt sie – und das ist völlig okay. Aber wenn ihr es tut, bekommt ihr ein zusätzliches Fenster in die Welt meiner Charaktere.

Und ganz ehrlich?

Wenn Nina mit Deutschrap im Ohr durch ein medizinisches Praktikum auf einer Insel voller Hochleistungssportler marschiert und Liam dabei völlig aus dem Konzept bringt … dann fühlt sich das einfach exakt richtig an.

Wenn du meine Art zu schreiben magst, findest du meine Romane hier... Und wenn du eines gelesen hast, freue ich mich über deine ehrliche Rezension auf Amazon oder Goodreads.

© Copyright Lilith Wylde – Alle Rechte vorbehalten.

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