Selfpublishing vs. Verlag

In den letzten Monaten durfte ich etwas erleben, wovon viele Autoren träumen: Gespräche mit etablierten Verlagen. Und ja – das fühlt sich gut an. Es ist eine Form von Anerkennung. Eine Bestätigung dafür, dass das, was ich schreibe, gesehen wird.

Und trotzdem habe ich mich bewusst entschieden, im Selfpublishing zu bleiben.

Warum?

Ich möchte euch einen ehrlichen Einblick geben – nicht als „Selfpublishing ist besser als Verlag“-Statement, sondern als persönliche Entscheidung, die zu mir, meiner Arbeit und meiner Vision passt.
 

Der Traum vom Verlag – und die Realität dahinter

Lange Zeit war der klassische Verlag auch für mich das große Ziel. Ein Buch in einem „richtigen“ Verlag zu veröffentlichen, bedeutet Sichtbarkeit, Reichweite und oft auch eine gewisse Legitimation im Literaturbetrieb.

Aber je tiefer ich in Gespräche eingestiegen bin, desto klarer wurde mir: Ein Verlag bringt nicht nur Chancen – sondern auch klare Einschränkungen.

  • Mitspracherecht: Titel, Cover, Inhalte – vieles wird gemeinsam entschieden, aber nicht alles liegt in deiner Hand.
  • Zeitpläne: Veröffentlichungen folgen festen Programmen. Spontanität? Kaum möglich.
  • Positionierung: Dein Buch wird Teil einer größeren Strategie – und muss in ein bestimmtes Schema passen.

Das ist nicht per se schlecht. Für viele Autoren ist genau das die perfekte Struktur.

Für mich allerdings nicht.
 

Selfpublishing: Freiheit mit Verantwortung

Im Selfpublishing entscheide ich alles selbst.

Das bedeutet: Ich trage alles selbst.

  • Ich bestimme, wann mein Buch erscheint.
  • Ich entscheide über Cover, Titel und Inhalt.
  • Ich lege fest, wie ich meine Geschichten erzähle – ohne Kompromisse.

Diese Freiheit ist für mich unbezahlbar. Gleichzeitig bedeutet sie auch viel Arbeit.

Selfpublishing ist kein „einfacher Weg“. Es ist ein Weg, auf dem du Autor, Marketingabteilung, Lektorat und Management in einer Person bist.

Aber genau das liebe ich daran.


Kreative Kontrolle vs. Marktorientierung

Ein Punkt, der für mich besonders entscheidend war: die kreative Kontrolle.

In Verlagsgesprächen geht es oft auch um Fragen wie:

  • Ist das Genre aktuell „verkaufbar“?
  • Passt die Geschichte zur Zielgruppe?
  • Kann man bestimmte Elemente anpassen, um den Markt besser zu bedienen?

Das sind legitime Überlegungen – schließlich ist ein Verlag ein Unternehmen.

Aber ich schreibe keine Geschichten, um Trends zu bedienen. Ich schreibe, um Geschichten zu erzählen, die genau so existieren wollen, wie sie sind.

Im Selfpublishing kann ich das tun.

 

Nähe zur Community

Ein weiterer Punkt, der mir unglaublich wichtig ist: die Verbindung zu euch.

Im Selfpublishing bin ich nah an meiner Community. Ich bekomme direktes Feedback, kann Ideen teilen, Einblicke geben und euch in Prozesse mitnehmen.

Diese Nähe würde sich in einem klassischen Verlagsmodell zwangsläufig verändern.

Und ich habe für mich gemerkt: Ich möchte diesen direkten Draht nicht verlieren.

Erfolg ist nicht nur eine Frage des Weges

Oft wird Selfpublishing als „Plan B“ gesehen – als Alternative, wenn es mit einem Verlag nicht klappt.

Aber das entspricht längst nicht mehr der Realität.

Selfpublishing kann genauso professionell, erfolgreich und nachhaltig sein wie eine Verlagsveröffentlichung – nur eben anders aufgebaut.

Der Unterschied liegt nicht im Wert des Buches. Sondern im Weg dorthin.

Meine Entscheidung

Ich kann meine Geschichten so erzählen, wie ich es will und unabhängig arbeiten. Mir ist die Verbindung zu meinen Leserinnen und Lesern unglaublich wichtig. Am Ende ist genau das der wichtigste Punkt: Nicht, welcher Weg „besser“ ist. Sondern welcher Weg sich richtig anfühlt.

Ich bin ein sehr kreativer Mensch. Ich liebe es, meine Cover selbst zu gestalten, meine Geschichten visuell und inhaltlich komplett in meiner eigenen Handschrift zu formen.

Und ich schreibe Geschichten, die intensiv sind. Ungefiltert. Ehrlich. Dazu gehören für mich auch spicy, unzensierte Szenen – nicht um zu provozieren, sondern weil sie die Geschichte lebendig machen, weil sie Emotionen greifbar machen und Figuren Tiefe geben.

In vielen Verlagsstrukturen stoßen genau solche Elemente an Grenzen. Szenen werden gestrichen oder abgeschwächt, Inhalte angepasst. Man bekommt Vorgaben – teilweise seitenlang –, wie Figuren sein sollen, wie eine Handlung aufgebaut sein muss, was „funktioniert“ und was nicht.

Und irgendwann habe ich gemerkt: Wenn ich all das erfülle, bleibt zwar ein Buch übrig – aber es fühlt sich nicht mehr wie mein Buch an.

Ich nenne bewusst keinen Verlag. Aber ich habe Einblicke bekommen, habe Manuskripte gelesen, um mich „einzufühlen“. Dabei wurde mir klar: Das ist nicht mein Stil. Nicht meine Stimme. Nicht das, was ich erzählen möchte.

Wenn du meine Art zu schreiben magst, findest du meine Romane hier... Und wenn du eines gelesen hast, freue ich mich über deine ehrliche Rezension auf Amazon oder Goodreads.

© Copyright Lilith Wylde – Alle Rechte vorbehalten.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.