Die größten Klischees im New Adult - und wie ich sie breche

Wenn man sich im New-Adult-Genre umsieht, begegnen einem schnell vertraute Muster: der geheimnisvolle Bad Boy, das verletzliche „Broken Girl“, das klassische College-Setting und jede Menge Drama-Tropes. Ich liebe dieses Genre – wirklich. Aber genau diese wiederkehrenden Elemente haben mich irgendwann dazu gebracht, mich zu fragen: Muss das immer so sein?

Die kurze Antwort: nein. Und genau deshalb schreibe ich meine Geschichten anders.

Klischee #1: Der Bad Boy mit Herz aus Gold

Wir kennen ihn alle: verschlossen, attraktiv, emotional nicht erreichbar – bis sie kommt und ihn „rettet“. Ich wollte Figuren erschaffen, die nicht einfach nur in dieses Schema passen. Meine männlichen Charaktere haben Ecken und Kanten, ja – aber sie sind nicht darauf ausgelegt, gebrochen zu werden, nur um dann durch Liebe geheilt zu werden.

In meinen Geschichten tragen sie Verantwortung für ihr Handeln. Sie entwickeln sich – aber nicht, weil eine andere Person sie „repariert“, sondern weil sie selbst bereit sind, sich zu verändern.

Klischee #2: Das Broken Girl

Ebenso problematisch finde ich das Bild der weiblichen Hauptfigur, die nur durch Trauma definiert wird. Natürlich dürfen Figuren verletzt sein – das ist menschlich. Aber sie sind bei mir nie nur ihre Vergangenheit.

Meine Protagonistinnen kämpfen, wachsen, treffen Entscheidungen. Sie sind nicht bloß Opfer ihrer Umstände, sondern aktive Gestalterinnen ihres Lebens. Ihre Stärke liegt nicht darin, gerettet zu werden, sondern darin, sich selbst wieder aufzubauen.

Klischee #3: Das College als perfekte Bühne

Das College-Setting ist im New Adult fast schon Standard. Und ja, auch ich nutze es – aber anders.

In meiner Reihe College of Broken Hearts geht es nicht um idealisierte Campus-Romantik, sondern um reale gesellschaftliche Spannungen. Elite trifft auf Menschen, die sich alles hart erarbeiten müssen. Privilegien treffen auf Druck. Erwartungen treffen auf Realität.

Diese Dynamiken existieren nicht nur in der Fiktion – sie sind Teil unserer Welt. Genau deshalb war es mir wichtig, sie authentisch darzustellen.

Klischee #4: Übertriebenes Drama

Missverständnisse, toxische Beziehungen, künstlich erzeugte Konflikte – oft wirkt Drama im Genre konstruiert.

Ich wollte Geschichten schreiben, bei denen Konflikte nachvollziehbar sind. Probleme entstehen bei mir nicht, weil Figuren nicht miteinander reden wollen, sondern weil sie es manchmal schlicht nicht können. Weil sie Angst haben. Weil sie geprägt sind. Weil das Leben kompliziert ist.

Warum meine Geschichten näher an der Realität sind

Ein ganz bewusster Unterschied in meinen Romanen ist: Ich verzichte auf Fantasy-Elemente. Nicht, weil ich sie nicht mag – sondern weil ich Geschichten erzählen möchte, die genauso auch im echten Leben passieren könnten. Meine Bücher sind reine Fiktion, ja. Aber die Themen dahinter sind real: Leistungsdruck, gesellschaftliche Unterschiede, Selbstzweifel, Erwartungen, Identität. Dadurch entsteht etwas, das mir besonders wichtig ist: Leserinnen und Leser können sich wiederfinden. Vielleicht nicht in jeder Situation – aber in Gefühlen, Gedanken, Konflikten.

Woher meine Ideen kommen

Viele meiner Ideen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im echten Leben.

Ein Beispiel ist Mapleridge. Im Rahmen meiner journalistischen Arbeit durfte ich eine 24-Stunden-Schicht bei einer Berufsfeuerwehr begleiten. Diese Erfahrung hat mich nachhaltig geprägt – und ist später in meine Geschichte eingeflossen.

Dort gab es tatsächlich einen Feuerwehrmann, der das Klischee des „Grumpy Guys“ perfekt erfüllt hat – und der die Presse absolut nicht leiden konnte. Mit mir sprechen wollte er übrigens auch nicht. (Ich sag nur: 😏)

Genau solche Begegnungen nehme ich mit. Ich beobachte, höre zu, speichere kleine Details – und irgendwann setzen sie sich wie Puzzleteile zu einem Plot zusammen.

Wie ich Klischees bewusst breche

Klischees sind nicht per se schlecht – sie sind vertraut. Aber ich finde, sie sollten hinterfragt werden.

Ich breche sie, indem ich:

  • Figuren schreibe, die sich nicht in einfache Rollen pressen lassen
  • Beziehungen realistisch entwickle, statt sie zu idealisieren
  • Konflikte aus echten Problemen entstehen lasse
  • gesellschaftliche Themen einbaue, die uns alle betreffen
  • meine Geschichten so gestalte, dass sie auch außerhalb eines Buches existieren könnten

Mir geht es nicht darum, alles anders zu machen – sondern darum, ehrlicher zu erzählen.

Fazit

New Adult kann so viel mehr sein als vorhersehbare Muster. Für mich ist es ein Genre, das echte Emotionen tragen kann – wenn man ihm Raum dafür gibt.

Meine Geschichten sind vielleicht nicht perfekt, glatt oder immer bequem. Aber genau das macht sie für mich – und hoffentlich auch für meine Leserinnen und Leser – greifbar.

Denn am Ende ist es doch das, was zählt: Dass man sich irgendwo zwischen den Zeilen selbst ein kleines Stück wiederfindet.

Wenn du meine Art zu schreiben magst, findest du meine Romane hier... Und wenn du eines gelesen hast, freue ich mich über deine ehrliche Rezension auf Amazon oder Goodreads.

© Copyright Lilith Wylde – Alle Rechte vorbehalten.

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