Über geklaute Ideen, den Respekt vor der Arbeit anderer Autoren und warum ich sogar die Namen meiner Romanfiguren google.
Neulich bin ich auf TikTok über einen Beitrag gestolpert,
der mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat. Eine Autorin regte sich darüber
auf, dass manche Autoren offenbar die Ideen anderer Autoren übernehmen. Und
damit meine ich nicht, dass zwei Geschichten zufällig ähnliche Themen
behandeln. Sondern dass ganze Ideen, Figurenkonstellationen oder
Handlungsstränge verdächtig ähnlich erscheinen.
Und ganz ehrlich? Ich kann ihren Ärger absolut verstehen!
Wer selbst schreibt, weiß, wie viel Herzblut, Zeit und manchmal auch Nerven in einem Roman stecken. Da sitzt man wochenlang, monatelang oder sogar jahrelang an einer Geschichte. Man entwickelt Charaktere, verwirft Ideen, schreibt Kapitel um, zweifelt an sich selbst und feilt so lange an seinem Manuskript, bis sich alles richtig anfühlt.
Und dann soll plötzlich jemand anderes mit einer verdächtig ähnlichen Geschichte um die Ecke kommen?
Sorry, aber das würde mich auch richtig ankotzen!
Ich google sogar die Namen meiner Romanfiguren!
Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht ein bisschen verrückt. Okay, wahrscheinlich sogar ziemlich.
Aber wisst ihr was? Ich habe tatsächlich eine eigene Liste
mit 100 Vornamen und 100 Nachnamen, aus denen ich die Namen meiner
Romanfiguren zusammenstelle.
Und jetzt kommt's: Bevor ich anfange, eine neue Figur zu
schreiben, google ich ihren vollständigen Namen. Ja, wirklich!
Ich überprüfe, ob es bereits eine bekannte Romanfigur mit genau diesem Namen gibt. Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass irgendwo auf der Welt schon einmal jemand denselben Namen verwendet hat. Bei der unglaublichen Menge an Büchern wäre das wohl auch unmöglich.
Aber ich möchte zumindest vermeiden, dass meine Figuren genauso heißen wie die Charaktere anderer Autoren.
Verrückt? Vielleicht. Aber für mich hat das auch etwas mit Respekt zu tun.
Denn meine Figuren sollen ihre eigene Identität haben. Ihre eigenen Geschichten, ihre eigenen Macken, ihre eigenen Abgründe und Geheimnisse.
Ich möchte keine Kopie erschaffen. Ich möchte etwas Eigenes schreiben.
Kann man Geschichten überhaupt noch neu erfinden?
Natürlich ist mir bewusst, dass wir Autoren das Rad nicht jedes Mal neu erfinden können. Gerade in der Romance-, Dark-Romance- und Fantasy-Welt begegnen uns immer wieder ähnliche Tropes.
- Enemies to Lovers? Gibt es tausendfach.
- Forbidden Love? Ebenfalls.
- Der geheimnisvolle Bad Boy mit dunkler Vergangenheit? Den kennen wir doch alle.
Und trotzdem lieben wir solche Geschichten! Denn meiner Meinung nach liegt der Unterschied nicht unbedingt darin, welche Grundidee ein Roman hat, sondern was der Autor daraus macht.
Zwei Menschen können dieselbe Ausgangsidee haben und daraus vollkommen unterschiedliche Bücher erschaffen.
Mit anderen Charakteren, anderen Emotionen, anderen Wendungen und vor allem mit ihrer ganz eigenen Handschrift. Das ist für mich Kreativität. Aber sich bewusst an der Geschichte eines anderen Autors zu bedienen und lediglich ein paar Namen, Orte oder Kleinigkeiten auszutauschen?
Das ist etwas völlig anderes.
Hinter jedem Roman steckt ein Mensch
Ich glaube, das vergessen manche manchmal. Ein Roman ist nicht einfach nur eine Ansammlung von Wörtern. Hinter jeder Geschichte steckt ein Mensch, der vielleicht nachts wach gelegen hat, weil ihm plötzlich die perfekte Szene eingefallen ist. Ein Mensch, der stundenlang recherchiert, Charakterprofile erstellt, Plottwists entwickelt und manchmal verzweifelt vor einem leeren Dokument sitzt. Ein Mensch, der sein Herz in eine Geschichte steckt. Ich weiß selbst, wie viel Arbeit es bedeutet, einen Roman zu schreiben. Wie oft man an einer Szene zweifelt. Wie häufig man einzelne Sätze verändert. Wie sehr einem die eigenen Figuren ans Herz wachsen.
Und genau deshalb würde es mich unglaublich verletzen, wenn ich nach monatelanger Arbeit feststellen müsste, dass jemand meine Geschichte oder wesentliche Teile davon einfach übernommen hat.
Inspiration ist wunderbar. Kopieren ist es nicht.
Liebe Autorenkollegen, wir sollten uns gegenseitig unterstützen!
Was ich an der Buchwelt besonders liebe, ist die Leidenschaft, die uns alle verbindet. Wir erzählen Geschichten, erschaffen Welten, lassen Menschen lieben, leiden, hoffen und manchmal auch ein bisschen durchdrehen. Und jeder von uns macht das auf seine ganz eigene Weise.
Natürlich gibt es Konkurrenz. Natürlich möchten wir, dass unsere Bücher gelesen werden. Dass unsere Geschichten Menschen erreichen und vielleicht sogar einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Aber müssen wir uns deshalb gegenseitig Ideen wegnehmen? Ich finde nicht.
Es gibt so viele Geschichten, die noch nicht erzählt wurden. So viele Figuren, die nur darauf warten, zum Leben erweckt zu werden. Und vor allem gibt es genug Platz für uns alle.
Lasst uns lieber gegenseitig inspirieren, unterstützen und Erfolge miteinander feiern, anstatt uns die kreative Arbeit anderer anzueignen. Denn am Ende wissen wir doch alle, wie viel Mut es kostet, seine eigenen Geschichten mit der Welt zu teilen. Und jetzt mal unter uns …
Vielleicht bin ich mit meiner Namensliste und meinen Google-Recherchen wirklich ein bisschen übervorsichtig. Aber ich möchte einfach meine eigenen Geschichten erzählen. Mit Figuren, die aus meiner Fantasie entstanden sind. Handlungen, in denen meine Gedanken, meine Gefühle und meine Ideen stecken. Und wenn sich irgendwann einmal zwei Geschichten zufällig ähneln, bedeutet das natürlich nicht automatisch, dass jemand geklaut hat. Schließlich greifen wir alle auf ähnliche Themen, Gefühle und Erzählmuster zurück. Doch bewusstes Kopieren ist für mich eine Grenze, die man nicht überschreiten sollte.
Denn Kreativität bedeutet für mich nicht, die Ideen anderer besser zu verpacken. Sondern den Mut zu haben, seine eigenen zu entwickeln.
Und damit möchte ich noch etwas loswerden: Ein riesengroßer Gruß geht raus an alle meine Autorenkolleginnen und Autorenkollegen! An alle, die nachts noch an ihren Manuskripten sitzen. An alle, die an ihren Geschichten zweifeln und trotzdem weiterschreiben. An alle, die mit ihren Figuren lachen, weinen und manchmal verzweifeln. An alle, die ihre eigenen Ideen verfolgen, auch wenn der Weg bis zur Veröffentlichung manchmal verdammt steinig ist.
Ihr seid toll! Bleibt kreativ, bleibt einzigartig und vor allem: Bleibt euch selbst treu!
An meine Autorenkollegen: Habt ihr schon einmal erlebt, dass eure Ideen oder Geschichten von anderen übernommen wurden? Und wie achtet ihr darauf, dass eure Figuren und Geschichten möglichst einzigartig bleiben?
An meine Leser: Ist euch schon einmal aufgefallen,
dass sich zwei Romane verdächtig ähnlich waren? Wo hört für euch Inspiration
auf und wo beginnt das Kopieren?
Schreibt mir eure Meinung gerne in die Kommentare! Ich bin
gespannt auf eure Erfahrungen.
Ein kleiner Ausblick auf meine kommenden Bücher …
Bevor ich diesen Beitrag beende, möchte ich euch noch einen kleinen Einblick in meine nächsten Buchprojekte geben. Denn auch bei mir stehen einige spannende Geschichten in den Startlöchern!
Im Januar erscheint „College of Broken Hearts – My Only Crush“ und damit findet die Geschichte von Dominic und Blair ihren Abschluss.
Ich freue mich unglaublich darauf, dieses letzte Kapitel mit euch zu teilen. Gleichzeitig ist es natürlich auch ein bisschen traurig, zwei Charaktere gehen zu lassen, die mich während des Schreibens so lange begleitet haben. Aber keine Sorge: Danach wird es keineswegs langweilig!
Mit „Island of Pressure“ startet meine neue Sports-Romance-Reihe. Neue Charaktere, neue Herausforderungen, große Gefühle und natürlich jede Menge Herzklopfen erwarten euch!
Und danach? Danach wird es noch einmal ganz anders.
Denn ich arbeite bereits an einer Gefängnisreihe, in die auch meine persönlichen Erfahrungen hinter Gittern einfließen werden.
Dieses Projekt liegt mir besonders am Herzen, weil ich darin nicht nur meiner Fantasie freien Lauf lasse, sondern auch Erlebnisse und Eindrücke verarbeite, die ich selbst gesammelt habe.
Ursprünglich sollte meine Gefängnisreihe den Titel „The Most Wanted Girls“ tragen. Doch bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass bereits 2023 ein Buch mit genau diesem Titel von Masonia Williams erschienen ist.
Und wisst ihr was? Genau deshalb recherchiere ich vorher! Natürlich könnte ich einen bereits verwendeten Buchtitel grundsätzlich ebenfalls nutzen. Aber ich möchte das gar nicht. Meine Geschichten sollen ihren eigenen Namen und ihre eigene Identität bekommen. Also geht die Titelsuche weiter.
Welchen Titel die Gefängnisreihe letztendlich tragen wird, verrate ich euch, sobald die Entscheidung gefallen ist.
Ihr seht also: Es warten noch jede Menge Geschichten auf euch! Und ich freue mich riesig darauf, sie mit euch zu teilen.
Eure
Lilith 🖤

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